Geschichte der Soteria-Bewegung

 

 

 

 

Soteria (griech.) bedeutet Geborgenheit, Sicherheit, Befreiung.

Die Idee der Soteria- Bewegung beginnt Ende der 60-er Jahre durch Loren R. Mosher.

(1933 – 2004) war Professor für Psychiatrie in San Francisco (USA).

Mosher arbeitete ein Jahr in der Kingley Hall bei Ronald D. Laing in London.

Anschließend entwickelte er die Idee einer therapeutischen Wohngemeinschaft für akut schizophrene Psychosen.

Mosher verzichtete auf eine Behandlung mit Medikamenten und arbeitete ausschließlich mit Laienhelfern. Er legte großen Wert darauf, dass der therapeutische Rahmen den Beeinträchtigungen und Bedürfnissen der Betroffenen entgegen kommt.

Er realisierte daher ein überschaubares, entspanntes und reizgeschütztes therapeutsches Milieu mit wenigen ausgewählten Bezugspersonen, die den oder die Kranke während der Krise menschlich begleiten und behutsam und kontinuierlich stützen.

Statt Psychose-Erfahren zu „behandeln“, stand die Begleitung im Vordergrund.

Das Schlagwort lautete : Dabeisein.

Patienten, Angehörige und Betreuer werden von Anfang an voll in die „Behandlung“ mit einbezogen. Die ständige Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen der/des Erkrankten sowie die gemeinsame Planung ihrer/seiner privaten und beruflichen Zukunft gehört ebenso zum Konzept wie eine verlässliche Nachbetreuung und Prophylaxe während der ersten Jahr nach der Entlassung. (Analyse individueller Frühwarnzeichen, Umgang mit Belastungssituationen, Vermittlung von Bewältigungsstrategien.)

Professor Luc Ciompi (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) war ärztlicher Direktor der Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik in Bern. Er schaute sich das Projekt der Soteria in San Francisco während einer Studienreise in die USA an und brachte die Idee nach Europa mit.

Er erweiterte das Konzept Moshers z.B. durch das Einrichten eines „weichen Zimmers“.

Das „weiche Zimmer“ ist ein reizloser, freundlicher Raum, in dem der Psychose-Kranke während der Akutphase mit einer 1:1 Betreuung  Tag und Nacht begleitet werden kann.

Ciompti eröffnete 1984 die erste europäische Soteria in Bern, die bis heute besteht.

Der Verzicht auf Medikamente steht in Bern nicht im Vordergrund (wird nur nach Absprache mit dem Patienten verabreicht.)

Für Ciompi war es wichtiger, ein Behandlungsmilieu zu schaffen, dass sich entspannt auf den Psychose-Kranken auswirkt. Ausgangspunkt für die Haltung von Ciompi war die Kritik an der antitherapeutischen Atmosphäre in den alten psychiatrischen Kliniken, weil sie verantwortlich sind für Stereotypisierung, Einengung und Verarmung in jeder Hinsicht.